Irgendwie war es ein grandioses Missverständnis: Anfang der 80er Jahre hatten zwei Musiker ein Lied geschrieben. Josef Jandrisits, Gitarrist bei der deutschen Kultband "Guru Guru" tätig, und Helmut Röhrling alias Schiffkowitz, Mitglied des lokal beliebten Herrentrios "Steinbäcker, Timischl, Schiffkowitz". Der Song hieß "I wül wieda ham" und war als Satire auf den provinziellen Kleingeist gedacht. STS waren zu diesem Zeitpunkt seit fast sechs Jahren zusammen. Alle drei "gestandene" Musiker mit Banderfahrung. Als Trio boten sie anmutige Adaptionen von Beatles-Liedern und eigene Songs und reüssierten damit als Österreichs Antwort auf die Amerikaner Crosby, Stills & Nash. Das alles war sehr schön, hat etliche sehr gefreut, war aber nicht wirklich der Stoff, aus dem Karrieren sind. Und dann kam dieses Lied: STS nahmen es 1984 auf, nannten es "Fürstenfeld" und schossen damit in den Kommerz-Olymp: Im Sommer waren sie die Nummer 1 der Hitparade. Weil Kommunikation stets beim Empfänger stattfindet, wurde die Satire zum Schlager: Beim Münchner Oktoberfest erdröhnten die Zelte unter Blasmusikversionen von "Fürstenfeld".
Dann passierte etwas ganz Interessantes. Der Durchbruchssong kam auf eine Langspielplatte namens "Überdosis G'fühl", sie verkaufte sich mehr als 50.000-mal. Danach befahl die Plattenfirma Polydor höflich, den nächsten Hit zu schreiben. Und dieser kam nicht, STS funktionierten noch nie auf Befehl. Stattdessen produzierten sie eine weitere LP, ganz ohne Hit im Vorfeld und somit eine Todsünde in diesem Geschäft. Doch siehe da: "Grenzenlos" verkaufte allein in Österreich mehr als 200.000 Stück. Damit war der wesentliche Grundstein der endlosen Geschichte STS gelegt: Sie brauchen keine Hits, sie machen Lieder. Sie überstehen jeden Radioboykott, denn sie haben unaufgeregt treue Interessenten. Die Konzerte der obligaten Herbsttourneen sind üblicherweise oft schon im Frühjahr ausverkauft: die Wiener Stadthalle, der Grazer Stefaniensaal und der Circus Krone ...