Wahrscheinlich war es ein Tierschänder, der sich über das Pferd, das Verletzungen an Bauch, Hinterbeinen und Scheide davontrug, hergemacht hat. Nach Auskunft von Renate Witt, der Leiterin der Polizeiinspektion Krumbach, musste die Polizei in letzter Zeit keine ähnlichen Fälle aufnehmen: "Sollte uns noch ein Fall in der Umgebung gemeldet werden, müssen wir jedoch von einem Serientäter ausgehen."
Schon vor rund zehn Jahren habe es eine Reihe solcher Vorfälle gegeben - hauptsächlich im Raum Burgau, Günzburg und Mindelheim. Die verantwortlichen Tierärzte wollen sich nach Polizeiangaben im jüngsten Fall nicht auf eine Schändung des Pferdes festlegen. Dennoch sei es unwahrscheinlich, dass die Stute sich Verletzungen in Höhe der Scheide durch äußere Einflüsse zugezogen habe, so Witt.
"Wir haben den Tatort dahin gehend untersucht, aber wir haben weder Blutspuren an Unterständen noch für das Tier gefährliche Nägel gefunden." Sollte, wie angenommen, ein Mensch hinter den Verletzungen stecken, stehen nach Ansicht der Inspektionsleiterin "sexuelle Beweggründe" hinter der Tat.
"Normalerweise suchen sich die Schänder Plätze aus, an denen sie unbeachtet agieren können. Dieses Mal war der Schauplatz ungewöhnlich belebt." Ab sofort sollen Polizeistreifen die Pferdekoppen verstärkt kontrollieren - vor allem in der Dunkelheit.
Pythagoras (ca. 500 v. Chr.), der auch das Gesetz der Reinkarnation kannte, sagte :Wer mit einem Messer die Kehle eines Rindes durchtrennt und beim Brüllen des Tieres vor Angst, taub bleibt, wer kaltblütig das schreiende Böcklein abzuschlachten vermag und wer das Tier verspeist, dem er selber das Futter gereicht hat, wie weit ist ein solcher Mensch noch vom Verbrechen entfernt? Und Aristoteles führte den Gedanken weiter: Wie der Mensch in seiner Vollendung das edelste aller Geschöpfe ist, so ist er, losgerissen von Gesetz und Recht, das schlimmste von allen."